Die Rekonstruktion des Hymen (Jungfernhäutchen)

In der plastischen Genitalchirurgie ist die Instandsetzung des Jungfernhäutchens ein relativ einfacher Eingriff, der in der Fachterminologie „Hymenoplasty“ genannt wird. Die meisten jungen Frauen, die einen solchen Eingriff vornehmen lassen wollen, nennen einen religiösen bzw. traditionellen Grund. Obwohl grundsätzlich nichts gegen die Wiederherstellung des Jungfernhäutchens spricht, solltest du dich umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten, Ausgangslagen, Kosten und Hintergründe informieren, bevor du deine finale Entscheidung triffst. Nachfolgend erhältst du alle für dich relevanten Informationen, damit du eine fundierte Entscheidung für oder gegen den Eingriff treffen kannst.

Ursachen und Hintergründe für die Rekonstruktion der Hymen

Der Beweggrund, warum eine Rekonstruktion des Jungfernhäutchens gemacht werden soll, kann sehr unterschiedlich ausfallen. In den meisten Fällen sind Religion und Tradition der Auslöser für den Wunsch, eine Jungfernhäutchen Rekonstruktion durchführen zu lassen. Beide Auslöser sollen nachfolgend angesprochen werden – du findest dich bestimmt in einem dieser Punkte wieder.

Der religiöse Hintergrund – die Angst, von der Familie verstoßen und bestraft zu werden

Vor allem im Islam ist es nach wie vor gängige Praxis, dass junge Frauen nur dann verheiratet werden können, wenn sie jungfräulich an den Ehemann übergeben werden können. Als „Nachweis“ soll das vergossene Blut dienen, dass nach der Defloration auf dem Bettlaken zu finden sein muss. Findet sich kein Blut, bekommen diese jungen Frauen ernsthafte Probleme.

Eine besonders extreme Form der Kontrolle findet über eine „kundige“ Frau bzw. einen entsprechenden männlichen „Gelehrten“ statt, die in die Vagina schauen und prüfen, ob das Jungfernhäutchen noch vorhanden ist. Dabei muss noch nicht einmal Geschlechtsverkehr stattgefunden haben, denn der Hymen kann durch verschiedene Gründe gerissen sein. Einige Hymen sind so gewachsen, dass sie erst bei der Geburt des ersten Kindes reißen.

Der traditionelle Hintergrund – Zurück zu alten, traditionellen Werten

Der Trend, als „Jungfrau“ in die Ehe zu gehen, greift auch in der westlichen Hemisphäre weiter um sich. Obwohl die Jungfräulichkeit bei den meisten Konfessionen keine Rolle mehr spielt, wollen immer mehr junge Frauen mit einem intakten Jungfernhäutchen heiraten. In diesen Fällen besteht keine existenzielle Not, aber dennoch kann die Rekonstruktion mühelos umgesetzt werden.

Die verschiedenen Formen des Jungfernhäutchens – es sind nicht alle gleich

Das Jungfernhäutchen kann verschiedene anatomische Merkmale innehaben, sodass der Nachweis einer Jungfräulichkeit, zumindest auf wissenschaftlicher Basis, nicht einmal durch einen Gynäkologen (Frauenarzt) sicher erbracht werden kann. Nachfolgend erfährst du, welche Formen bekannt sind und wie sie sich unter anderem beim Geschlechtsverkehr (Penetration der Scheide) verhalten können.

Das ringförmige Jungfernhäutchen (anular Hymen)

Diese Bezeichnung beschreibt eine bereits vorhandene Öffnung im Jungfernhäutchen. Es existiert eine Öffnung, die sich ringförmig im zentralen Bereich befindet. In vielen Fällen hat diese Öffnung einen verhältnismäßig großen Durchschnitt, sodass nicht einmal ein eindringender Penis Schaden anrichtet. Da das Jungfernhäutchen in diesen Fällen in der Regel nicht reißt, kann auch kein Blut auf dem Bettlaken zu finden sein.

Das Jungfernhäutchen in Form eines Halbmondes

Bei dieser anatomischen Form zeigt sich das Häutchen im oberen Drittel dünner als im restlichen Bereich. Auch diese Art von Jungfernhäutchen reißt häufig nicht, wenn der Geschlechtsakt vollzogen wird.

Das Jungfernhäutchen mit mehreren Gewebebändern (septal Hymen)

Diese anatomische Form ist recht selten anzutreffen. Die Grundform entspricht dem ringförmigen Jungfernhäutchen, wobei die offene Stelle mit einem Gewebeband geteilt wird. Wird die Vagina penetriert, reißt dieses Gewebeband in der Regel ein – es muss aber dennoch nicht zwingend bluten.

Das siebförmige Jungfernhäutchen (cribriform)

Wenn das Jungfernhäutchen ziemlich mittig mehrere, kleine Öffnungen zeigt, spricht man von einem siebförmigen Jungfernhäutchen. Auch diese anatomische Form reißt in der Regel, wenn es zum Geschlechtsakt kommt.

Das vollständig verschlossene Jungfernhäutchen (atresia hymenalis)

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass das Jungfernhäutchen überhaupt keine Öffnung hat und demnach vollständig verschlossen ist. Das führt dazu, dass beispielsweise die Regelblutung zwar stattfindet, aber das Blut nicht abfließt und im Bauchraum verbleibt. Das erzeugt meist starke Schmerzen. In einem solchen Fall musst du dich an einen Gynäkologen wenden, der den Hymen teilweise öffnet (damit das Blut abfließen kann).

Das mikroperforierte Jungfernhäutchen

Ähnlich dem vollständig verschlossenen Hymen ist auch das mikroperforierte Jungfernhäutchen beinahe vollständig verschlossen. Einzig einige sehr kleine Öffnungen sind vorhanden, sodass die Regelblutung zwar sehr langsam abfließt, aber nicht vollständig in der Gebärmutter verbleibt. Auch hier ist anzuraten, dass der Hymen operativ weiter geöffnet wird, um gesundheitliche Probleme im späteren Verlauf zu vermeiden.

Das restliche Jungfernhäutchen nach einer normalen Geburt (parous Introitus)

Nach einer natürlich erfolgten Geburt ist das Jungfernhäutchen, egal welche Form es davor hatte, gerissen. Es bleiben natürlich Reste des Jungfernhäutchens zurück, die weder stören noch entstellen. Auf Wunsch kann der Hymen auch in diesem Fall mit einer Rekonstruktion neu aufgebaut werden.

Wichtige Grundfragen zur Rekonstruktion des Jungfernhäutchens

Du suchst Rat und Hilfe, weil du höchstwahrscheinlich verzweifelt bist. Du hast Angst, wegen einem schwachen Moment mit Ausgrenzung und Schande gebrandmarkt zu werden. Nachfolgend erhältst du ein paar wichtige Informationen, die dir einige  Antworten liefern werden.

Kann das Hymen überhaupt genäht werden?

Die knappe Antwort ist: Ja, es kann genäht werden. Bei der Rekonstruktion wird das Jungfernhäutchen so remodelliert, dass es bei deinem „ersten“ Geschlechtsverkehr reißt und auch blutet. Dadurch kannst du den „Beweis“ erbringen, als Jungfrau in die Ehe zu gehen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für diesen Eingriff?

Leider nein. Bei diesem Eingriff handelt es sich um einen kosmetischen Eingriff, der medizinisch betrachtet nicht relevant ist.

Was kostet dieser Eingriff?

Das ist stark abhängig davon, zu welchem Arzt du gehst. Zwischen 150€ und 2500€ ist alles möglich. Auch wenn du evtl. knapp bei Kasse bist: Wähle den Arzt, der die Rekonstruktion durchführen soll, nicht nur anhand der Kosten aus. Das Risiko, an einen sogenannten „Pfuscher“ zu geraten, ist bei Dumpingpreisen durchaus gegeben. Auf keinen Fall solltest du diesen Eingriff im Ausland machen lassen, nur um Kosten zu sparen.

Gibt es Beratungsstellen, die mit mir nach Lösungen zu meinem Problem suchen?

Ja, es gibt einige Anlaufstellen, die du kontaktieren kannst. Obwohl nicht jede der nachfolgenden Stellen exakt für dein Problem Ansprechpartner ist, kannst du bei ihnen auf jeden Fall nach passenden Kontaktdaten fragen. Dort hilft man dir auf jeden Fall weiter.

  • Ergänzender Text zur Rekonstruktion der Hymen im PDF-Format: Familienplanungszentrum Berlin
  • Falls dein Wunsch nach einer Rekonstruktion des Jungfernhäutchens mit einer geplanten Zwangsheirat einhergeht, kannst du dir an folgender Stelle Rat und Hilfe suchen: Terre des femmes
  • Wenn du Hilfe in Form von Beratung suchst, kannst du dich auch an folgende Stelle wenden: Pro Familia

Preiswert, verlässlich und zu empfehlen: das künstliche Hymen

Du kannst allerdings auch komplett auf eine kostenintensive verzichten. Es gibt künstliche Jungfernhäutchen, die alle Aspekte erfüllen, die für den Nachweis deiner Jungfräulichkeit in der Hochzeitsnacht zwingend sind. Damit du besser nachvollziehen kannst, was es mit dem künstlichen Hymen auf sich hat, zeigen wir dir nachfolgend alle relevanten Details. Damit soll dir die notwendige Unterstützung zukommen, damit sich dein religiös-traditionelles Familienleben nicht in einen Alptraum verwandeln muss.

So funktioniert der künstliche Hymen in deiner Vagina

Das künstliche Hymen wird ca. 1-2 Stunden vor dem erwarteten Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und entspricht in seiner Handhabung einem handelsüblichen Tampon. Innerhalb deiner Vagina beginnt das künstliche Jungfernhäutchen, sich selbst aufzulösen. Durch diesen Auflösungsprozess wird das „Blutpulver“ freigesetzt und vermischt sich mit dem Scheidensekret. Wenn dein Ehemann dann in dich eindringt, wird das künstliche, aufgelöste „Blut“ über den Penis in Richtung Scheidenausgang transportiert. Dein Ehemann sieht Blutspuren auf seinem Penis und durch die ausreichende Menge des Pulvers werden auch Blutspuren auf dem Bettlaken zu sehen sein.

Das ist drin – die Zutatenliste für das künstliche Jungfernhäutchen

Die Grundlage für das künstliche Hymen ist eine gesundheitlich vollkommen unbedenkliche, wasserlösliche Verbindung aus Cellulose. Falls dir das trotz allem wichtig ist: Es gibt sie sogar „Halal“ – also rein und ohne irgendwelche Zutaten aus Schweinen. Das Ausgangsmaterial für das „Blutpulver“ wird aus 100% Rinderblut hergestellt. Du musst dir aber keine Sorgen machen – das Rinderblut wird sterilisiert – übrig bleiben nur die Blutplättchen, die diesem aufgelösten Pulver die Farbechtheit von Blut geben (nur so kann niemand erkennen, dass es nicht dein echtes Blut ist).

Das gewonnene und entsprechend behandelte Blutpulver wird zwischen zwei Plättchen der erwähnten Verbindung aus Cellulose eingebracht, damit es sich nicht zu schnell auflöst. Damit das künstliche Hymen sicher vor äußeren Einflüssen ist wird es normalerweise in eine luft- und wasserdichte Alutasche eingeschweißt. Der Auflösungsprozess beginnt erst, wenn du das künstliche Jungfernhäutchen aus dieser Tasche nimmst und Feuchtigkeit vorhanden ist.

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So kannst du sicherstellen, dass dein Ehemann keinen Verdacht schöpft

Ob du nun die im Ergebnis relativ unsichere Operation oder das künstliche Hymen für dein Dilemma nutzen willst, musst du für dich selbst entscheiden. In beiden Fällen musst du aber ein wenig schauspielerisches Talent beweisen, damit dein Ehemann keinen Verdacht schöpfen kann.

  • Du solltest vor deinem „ersten“ Mal ein wenig verkrampft wirken, sodass dein Ehemann nicht merkt, dass du bereits sexuelle Erfahrungen gesammelt hast.
  • Wenn du das künstliche Jungfernhäutchen nutzt, musst du dir eine Möglichkeit schaffen, ca. 1 Stunde vor dem Akt die Toilette aufzusuchen, damit du das künstliche Hymen rechtzeitig einsetzen kannst.
  • Wenn dein Ehemann in dich eindringt, darfst du gerne ein leises „Aua“ ausstoßen. Das unterstreicht deine Jungfräulichkeit.
  • Lerne, mit dieser Lüge zu leben. Auch wenn es hart klingt: Du begehst deine Ehe mit einer Lüge – damit musst du mental so gut zurechtkommen, dass du sie verdrängen kannst.
  • Denke an die Konsequenzen, wenn deine neue Familie herausfinden sollte, dass du keine Jungfrau mehr warst. Dann fällt es dir leichter, diese notwendige Täuschung durchzuhalten.